Neues von der Gemeindeleitung

Rückblick zur Gemeindeversammlung

zur Zukunft des Wichernhauses

Der Kreis der Bevollmächtigten hatte zu einer Gemeindeversammlung am 20.11.2025 ins Jakobusgemeindezentrum eingeladen, um den interessierten Gemeindeglie- dern den Beschluss der Bevollmächtigten zur Schließung des Wichernhauses zu erläutern.

Nach der Begrüßung durch den damaligen Vorsitzenden der Bevollmächtigten, Superintendent Michael Mertins, wurde Pfarrer Oliver Jusek als Versammlungsleiter bestimmt, der in seiner früheren Gemeinde schon mehrfach mit der Aufgabe von Gottesdienststätten befasst war.


Rückblick auf die Geschichte des Wichernhauses

Günther Gravenkamp, der einen langen Bezug zum Wichernhaus hat, führte gedanklich in die Entstehungsphase des Gebäudes 1964/65 und die Nutzung ein. Schon seine Schwiegereltern hatten sich um das Gebäude gekümmert, wie jetzt seit einiger Zeit seine Frau Claudia und er. Die Schwachstellen des Gebäudes – vor allem Wassereinbrüche bei stärkeren Regenfällen sowie ein ständig feuchter Kellerbereich – konnten durch Erhaltungsmaßnahmen nicht gravierend verändert werden.


Bereits 2013 hatte das Presbyterium deshalb Überlegungen zur Zukunft des Gebäudes angestellt. Es wurde damals festgestellt, dass das Wichernhaus voraussichtlich nur noch 10 Jahre wirtschaftlich gehalten werden kann und dies auch nur durch Rückgriff auf Rücklagen der Gemeinde. Es sollten nur noch kleinere Investitionen erfolgen, aber keine grundlegenden Sanierungen. Im Jahr 2022 erstellte die Architektin Brunhilde Sophie Meier eine Gebäudestrukturanalyse. Anschließend befasste sich eine Arbeitsgruppe mit der Zukunftsbetrachtung des Wichernhauses, ohne ein tragfähiges Konzept entwickeln zu können. Die Gemeindeversammlung im Dezember 2023 ergab, dass sich die Gemeinde keine zwei Gemeindezentren mehr leisten könne.


Gebäudesituation im Kirchenkreis

Nach der Finanzsatzung des Kirchenkreises Minden erhalten alle Kirchengemeinden eine Pauschale nach An- zahl der Gemeindeglieder und eine Gebäudepauschale, die nach dem Versicherungswert des Gebäudes errechnet wird. Im Haushaltsjahr 2025 betrug die Zuweisung 1/3 Gebäudepauschale, die nur für die Gebäude bestimmt ist, und 2/3 Gemeindegliederpauschale, die für die Gemeinde- arbeit und die Personalkosten eingeplant ist. Durch Kostensteigerungen in der Gebäudeunterhaltung sowie den Rückgang der Gemeindegliederzahl im Kirchenkreis wird sich in den nächsten fünf Jahren der Anteil umdrehen. Damit stünden nur noch 1/3 der gesamten Zuweisungen für die eigentliche Gemeindearbeit zur Verfügung. Um dies zu vermeiden, müssen die Kosten der kirchlichen Struk- turgebäude (Kirchen, Kapellen, Gemeindehäuser und Gemeindezentren) um 40% reduziert werden. Alle Gemein- den in den vier Personal- und Kooperationsräumen des Kirchenkreises Minden sind gefordert, die zukünftige Nut- zung festzulegen. Dabei können die technisch besseren Gebäude eher erhalten bleiben, um dann gemeinsam von mehreren Gemeinden genutzt zu werden.


Gebäudesituation in der St. Jakobus- Kirchengemeinde

Aus der Gebäudestrukturanalyse aus dem Jahr 2022 ergab sich, dass sowohl das Gemeindezentrum an der Menzelstraße wie auch das Wichernhaus einen erheblichen Investitionsbedarf in Höhe von ca. 1 Mio. € haben. Dabei ist das Wichernhaus deutlich schlechter aufgestellt als das Jakobusgemeindezentrum. Noch höher wird der Aufwand, um die Gebäude bis 2035 klimaneutral instand zu setzen. Das Gutachten hatte errechnet, dass aufgrund der Durchschnittsansätze der Landeskirche und der Mitgliederentwicklung die Gemeinde ca. 44% zu viel Gebäudenutzfläche hat. Trotz des Wegfalls der Flächen im Wichernhaus stehen immer noch mehr als 100% planerisch zur Verfügung.


Im laufenden Haushalt wird für das Wichernhaus eine Gebäudepauschale von 18.779 € zugewiesen, während die jährliche Unterhaltung bei 41.589 € liegt. Damit ergibt sich ein Fehlbetrag von 22.810 € zu Lasten der allgemeinen Gemeindearbeit. Der Kreis der Bevollmächtigten hat deshalb den Beschluss gefasst, das Wichernhaus zum 31.12.2025 aufzugeben und die gottesdienstliche Stätte zu entwidmen. In der Januar-Sitzung 2026 haben die Bevollmächtigten beschlossen, dass der Gottesdienst zur Entwidmung am Sonntag, dem 15. März 2026 um 14.00 Uhr im Wichernhaus geschehen soll. Es werde auf jeden Fall Raum und Zeit für einen Abschied geben.


Aussprache

Nach den Einführungen in die Thematik gab es Rückfragen, Meinungen und Ergänzungen, um die weitere Verwendung des Wichernhauses zu klären. Eine Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen. Ein Verkauf ist möglich, der nach den Regeln der Kirche besondere Abwicklungsschritte erforderlich macht. Ein möglicher Verkaufserlös stünde der Gemeinde für Renovierungsmaßnahmen am Jakobusgemeindezentrum voll zur Verfügung.


Die Schließung des Wichernhauses fällt vielen Gemeindegliedern schwer. Viele Jahrzehnte war es ein fester Treffpunkt für die Dützer und Uphauser Gemeindeglieder, wo sich jüngere und ältere Menschen getroffen haben. Auch die neue Dützer Ortsbürgermeisterin bedauerte die Schließung für die Begegnungsmöglichkeiten vieler Personen und Gruppen aus dem Ort.


Die Jugendarbeit war in den letzten Jahren überwiegend im Wichernhaus beheimatet. Durch den Dienstbeginn von Pfarrer Oliver Jusek findet nun im Jakobusgemeindezentrum die neue Kinder- und Jugendarbeit, die auch durch den Kirchenkreis von „juenger unterwegs“ unterstützt wird, statt.


Die Leiterin der Frauenhilfe Dützen, die bisher im Wichernhaus beheimatet war, wies darauf hin, dass ältere Menschen durchaus beweglich seien. Die Frauenhilfe Dützen trifft sich ab Januar 2026 mittwochs im Jakobusgemeindezentrum, wie auch der Bläserkreis, der Männerkreis und das Plauder-Café (bisher Wichernhaus-Café).


Abschließend wies ein älterer Teilnehmer mit mutmachenden Worten darauf hin, dass es immer Veränderungen gegeben habe und das müsse so sein. Wir sollten mehr Mut und Zuversicht an den Tag legen!

Martin Fels, Hans-Walter Goldstein

Pfarrer Jusek inmitten der Wahlberechtigten Presbyterien der Kirchengemeinden Barkhausen und St. Simeonis/Thomas 

und dem Bevollmächtigtenausschuss St. Jakobus

Neuregelung für die Pfarrstelle in der St. Jakobus-Kirchengemeinde

Das Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen hat in seiner Sitzung am 6. Mai 2025 folgenden Beschluss gefasst:


„Die 1. Pfarrstelle der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde, die 1. Pfarrstelle der Ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica Barkhausen und 1. Pfarrstelle der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Simeonis werden zum 1. Juni 2025 durch pfarramtliche Verbindung die 1. – 3. gemeinsame Pfarrstellen der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde, der Ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica Barkhausen und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Simeonis.

Die 1. Pfarrstelle der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde wird die 1. Gemeinsame Pfarrstelle, die 1. Pfarrstelle der Ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica-Barkhausen wird die 2. Gemeinsame Pfarrstelle und die 1. Pfarrstelle der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Simeonis wird die 3. Gemeinsame Pfarrstelle der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde, der Ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica Barkhausen und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde     St. Simeonis.“ – 


Das heißt: Die drei Pfarrstellen der 3 Kirchengemeinden Jakobus, Barkhausen und Thomas werden pfarramtlich verbunden. Die Kirchengemeinden bleiben aber selbständig.


Und das Landeskirchenamt hat außerdem am 6. Mai 2025 folgenden Beschluss zur Freigabe zur Wiederbesetzung der Pfarrstelle gefasst:


„Die 1. Gemeinsame Pfarrstelle der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde, ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica Barkhausen und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Simeonis wird zum 1. Juni 2025 durch pfarramtliche Verbindung mit der 2. Kreispfarrstelle „Allgemeine Vertretungsaufgaben im Ev. Kirchenkreis Minden“ gemeinsame Pfarrstelle des Ev. Kirchenkreises Minden, der Ev.-Luth. St. Jakobus-Kirchengemeinde, der Ev. Kirchengemeinde Porta Westfalica Barkhausen und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde St. Simeonis, alle Ev. Kirchenkreis Minden. 

Diese gemeinsame Pfarrstelle wird zum 1. Juni 2025 zur Besetzung freigegeben.“


Und so wurde Pfarrer Jusek gewählt und am  1. September 2025 begann er seinen Dienst in der St. Jakobus Kirchengemeinde.